Die Gesellschaft wurde im Jahr 1987 in Brno (Brünn,
Tschechische Republik) gegründet, im Jahr 2004 hat
die deutsche Sektion in Augsburg ihre Tätigkeit auf-
genommen. Hauptaufgabe der Gesellschaft ist, die
europäischen Kampfkünste des14.-17. Jahrhunderts
wissenschaftlich zu erforschen und die Ergebnisse
ihrer Arbeit der Öffentlichkeit zu präsentieren in Form
von Vorträgen, Publikationen, öffentlichen Darbietungen
und Seminaren. Unterricht in Theorie und Praxis soll je
nach Interesse der Teilnehmer in den Bereichen Schau-
fechten, Kampffechten oder Einübung der authentischen
historischen Kampftechniken erfolgen. Diese können
als ebenso interessante wie umfassende sportliche
Disziplin praktiziert werden und sind somit durchaus
mit asiatischen Kampfkünsten vergleichbar. Es geht
dabei nicht nur um das Fechten und Kämpfen mit ver-
schiedenen historischen Waffen, sondern auch um
den Kampf ohne Waffe, der ein fester Bestandteil der
Ausbildung war und ist.

Unsere Forschung stützt sich auf das Studium alter
Handschriften und überlieferter Fechtlehrbücher und
befasst sich mit der Rekonstruktion und Wiederbele-
bung der Kampftechniken in der Praxis. Vorausset-
zung für den Erfolg dieser Aktivität ist die langjährige
Erfahrung, die die Gesellschaft nicht nur durch Schau-
kämpfe auf Burgen, Schlössern und mittelalterlichen
Festen sowie bei der Durchführung von Fechtlehrgän-
gen im In- und Ausland gewonnen hat, sondern auch
aufgrund archäologischer Forschung und der Zusam-
menarbeit mit Museen und Bibliotheken in ganzen Eu-
ropa. Die Gesellschaft arbeitet mit mehreren Stuntmen-Agenturen zusammen, nimmt an Film-Dreharbeiten teil
und tritt in Theatern auf. Alle Mitglieder der Gesellschaft
streben nach umfassender Beherrschung der alten
Kampftechniken. Um den Zuschauern bei öffentlichen
Auftritten die konkreten historischen Zusammenhänge
und Gegebenheiten anschaulich zu vermitteln, werden
genaue Kopien der historischen Waffen, Kleidungen
und Ausstattungsgegenstände verwendet, die, soweit
möglich, in den ursprünglichen handwerklichen Verfah-
ren hergestellt wurden.

Die europäischen Kampfkünste blicken auf eine reiche
Tradition zurück und ihre Erforschung entdeckt immer
wieder neue Geheimnisse. Sie beweist uns, wie wenig
wir über unsere Vorfahren wissen und wie verzerrt un-
sere Vorstellungen sind, die häufig nur auf der Lektüre
historisierender Romane und den gängigen Filmproduk-
tionen beruhen. Die Kampftechniken waren im Mittelalter
bereits hoch entwickelt und fast bis zur Vollkommenheit
gediehen. Unsere Gesellschaft möchte durch Vermittlung
alter und neu gewonnener Erkenntnisse die alten Tradi-
tionen beleben, das Interesse einer breiteren Öffentlich-
keit wecken und sich somit für die Erhaltung und Ent-
faltung der europäischen Kampfkünste einsetzen.